Die Kleine Flussjungfrau

Die Kleine Flussjungfrau


Fotos: Corinna Eichberger-Renneisen

Text: Petra Neumaier

Schwindlig müsste ihr eigentlich werden, wie sie so von den Wellen der Amper hin- und hergeworfen wird, mal von der Strömung getragen, mal untergetaucht. Was aber eine echte Nixe ist, der macht das nichts aus. Im Gegenteil. Grad gefallen scheint es ihr und alle, die sie sehen, lieben es sowieso ihr zuzusehen. Doch am 31. Oktober muss das liebgewonnene Kunstwerk die Amperfluten wieder verlassen.

Ulrich Nußmann (siehe auch GUSTL-Ausgabe 3/2018), blättert begeistert in vier vollbeschriebenen Gästebüchern. Der 70-jährige Künstler aus Schöngeising ist der Vater der Amper-Nixe Melusine. „Die Leute haben wirklich fleißig geschrieben“, sagt er gerührt.

Zwei Jahre lang hatte er an der Thujenholz-Figur geschnitzt, sie versiegelt und ihr schließlich – zwecks Stabilisation – das Hinterteil mit fünf Kilogramm Eisen beschwert. Probehalber ließ er sie im vergangen Jahr zu Amper. Dann sollte Melusine eigentlich den ausrangierten Ammerseedampfer „Alte Utting“ auf der Sendlinger Brücke in München zieren. Dort wusste man aber dann doch nicht so recht etwas mit ihr anzufangen, also nahm Ulrich Nußmann sie wieder mit.

Seit Juli schwimmt die schnell zur Attraktion avancierte Ampernixe unterhalb des Wehres im Wasser - festgezurrt an einem 80 Kilogramm schweren Anker. Nur einmal entfloh sie: Das Stahlseil erlitt wegen des Hin- und Hergewackeles einen Ermüdungsbruch. Zum Glück wurde sie von Badenden stromabwärts eingefangen und an dicke Eisenketten gelegt.

Seit Juli schwimmt die schnell zur Attraktion avancierte Ampernixe unterhalb des Wehres im Wasser - festgezurrt an einem 80 Kilogramm schweren Anker. Nur einmal entfloh sie: Das Stahlseil erlitt wegen des Hin- und Hergewackeles einen Ermüdungsbruch. Zum Glück wurde sie von Badenden stromabwärts eingefangen und an dicke Eisenketten gelegt.

Melusine einfach in die Amper zu legen, war dem pensionierten Berufsschullehrer nicht genug. Mit der 1,30 Meter großen und 30 Kilogramm schweren Nixe im Handwagen zog er durch das Dorf, klingelte an Türen, stellte die Neubürgerin vor und bat Firmen um Betriebsführungen. Auch daraus entwickelte der pfiffige Rentner ein fiktives Märchen mit realem Hintergrund, das im Ort zum Kauf angeboten wird.

Ulrich Nußmann, der seine Nixe am liebsten abends besucht („da ist sie aufregend schön“)  tut es leid, Melusine Ende Oktober wieder aus dem Wasser ziehen zu müssen. Für 100 Tage hatte er die Genehmigung erhalten, vierfach musste er dafür einen Antrag stellen. Kostenpunkt: 500 Euro. Er seufzt. „Da ist bei mir leider irgendwann Schluss mit Kunst.“

 

 

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