Fünf Fragen über INKLUSION

Fünf Fragen über INKLUSION

Foto und Text: Petra Neumaier

So viele glückliche Gesichter und so viele strahlende Augen. Und das nur, weil endlich die Bälle auf den Platz purzeln und das Training auf dem Sportplatz des SC Gröbenzell beginnt. Mittendrin steht Christian Mausbach, Versicherungskaufmann aus Puchheim, der Anweisungen gibt. Seit acht Jahren, seit sein eigener Sohn keinen Platz in einer „normalen“ Fußballmannschaft fand, leitet er mit einem weiteren Vater die wöchentliche Übungsstunde der einzigen Inklusionsfußballmannschaft im Landkreis. Spielen ohne Leistungsdruck steht für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Puchheim, Olching, Gröbenzell und Umland im Mittelpunkt. Und jeder Schuss wird gefeiert.

 

Geht es beim Inklusions-Fußball nur um den Spaß?

Natürlich wird gekämpft: Auch Inklusionsfußballer wollen gewinnen. Wir haben aber einen Ehrenkodex: Wenn eine Mannschaft klar führt, kommt ein Starker raus und ein Schwächerer rein. So haben alle eine Chance.

 

Was ist mit den Spielregeln?

Die Regeln sind etwas vereinfacht. Wir spielen in der Regel 7 gegen 7 im Kleinfeld – Abseits- und Rückpassregeln gibt es nicht. Das ist ja selbst für nicht-gehandicapte Menschen schon kompliziert.

 

Kann jeder mitmachen?

Grundsätzlich ja. Es gibt keine Begrenzung für Alter, Geschlecht und Art der Beeinträchtigung. Und natürlich freuen wir uns über gesunde Spieler. Meist sind es Geschwister oder welche, die in regulären Mannschaften nicht mithalten können. Hier sind sie die Starken und können helfen. Wer aber meint, sein Ego ausleben zu müssen, ist bei uns fehl am Platz. 

 

Also hat das Fußballspiel eine soziale Komponente?

Ja, und das klappt sehr gut und macht allen Spaß, wie man sieht. Es ist zudem erstaunlich, wie sich die gehandicapten Spieler entwickeln. Sie werden erwachsener und selbstbewusster.

 

Bekommen Sie Unterstützung?

Sponsoring ist ein großes Thema: Vom Verein erhalten wir den Platz und das Material und seit vier Jahren auch Hilfe von der Dr. Rieder Stiftung. Weil wir weit zu Spielen fahren müssen, liegt die Hauptlast bei den Eltern. Sponsoren sind also willkommen.

 

 

Gegründet wurde die Inklusionsfußballmannschaft 2006 von Dagmar Drechsler, nachdem sich für ihren Sohn keine Mannschaft im Umkreis von 50 Kilometern fand. Damals war die Mannschaft erst das zweite Team in ganz Bayern, in der jeder, unabhängig von Geschlecht oder Handicap, mitspielen durfte. Heute sind es immerhin 21 Teams. Im Jahr 2009 wurde die Gröbenzeller Mannschaft bei der Talentiade ausgezeichnet, 2016 gewann das Team die Mini-EM in der Münchner Arena und erhielt einen Preis des Bezirks Oberbayern. www.sc-fussball.de/inklusion

 

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