Das Comeback der Stehkneipe

Das Comeback der Stehkneipe

 Fotos: TB - Text: Peter Loder

Ein legendärer Partylöwe ist zurück auf der Gastro-Bühne: Arno Kuchenreiter heizt das Nachtleben in Fürstenfeldbruck neu ein und hält das Feiervolk bei Laune.  Ehemalige Projekte wie „Shakes Bier“, „Halli Galli“ und „City Club“ sind Vergangenheit, nun hat die 53-jährige Stimmungskanone mitten in der Großen Kreisstadt eine urige Stehkneipe in ein 450 Jahre altes Gemäuer gezimmert. „Kuchenreiters Durschtstillerei“ ist ein rustikales 70-Quadratmeter-Refugium, dessen Herzstück eine mit viel Herzblut selbst fabrizierte Mammut-Theke ist.

Jedes einzelne Teil hat seine eigene Geschichte, stammt entweder aus alten Bauernhöfen oder von Antik- und Flohmärkten, die Kuchenreiter in den vergangenen acht Jahren in ganz Deutschland besucht hat. So lange tüftelte er mit Lebenspartnerin Jasmin Farrag an der Realisierung des Stehkneipen-Traums. In Erfüllung ging er, als ein Modehaus schloss und die Räumlichkeit an der Augsburger Straße frei wurde.

Praktisch für Kuchenreiter, weil er gleich nebenan sein hauptberufliches Domizil als Medientechniker hat und er zudem von der Boutique-Besitzerin die nostalgische Registrierkasse abstauben konnte. Die hat für ihn nicht nur symbolischen, sondern auch praktischen Wert, denn die Zeche kann getreu der Devise „In einer Bar zählt nur Bares“ nur mit Hartgeld oder Scheinen beglichen werden.

Alles auf zwei Karten setzt Kuchenreiter dagegen beim Gerstensaft: Die helle Halbe wird frisch aus Fassln der Münchner Augustiner-Brauerei gezapft, beim Weiß- und Dunkelbier stechen die Hopfen-Trümpfe der heimischen König-Ludwig-Marke, die nur 100 Meter von der Kneipe entfernt ihren Produktionsstandort hat.

Kuchenreiters Zielpublikum ist die Ü40-Generation, die schon als Teenager in seinen ehemaligen Disco-Hochburgen daheim war. Platz ist in der „Durschtstillerei“ für rund 50 Gäste. Gemäß dem Stehkneipen-Status gibt es nur ganz wenige Sitzflächen und eine Fensterbank zum Ausruhen. Der Hausherr ist übrigens nicht nur Wirt, sondern haut als DJ Arni Singerl am Mischpult einen 80er-Evergreen nach dem anderen raus. Geöffnet ist donnerstags, freitags und samstags ab 18 Uhr bis in die frühen Morgenstunden

Digital fit!

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Brennend heiß

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