Sommerliche Mikroabenteuer

Sommerliche Mikroabenteuer

Fotos: Corinna Eichberger Renneisen, Babsi Jörg, Johannes Simon, Text: Petre Neumaier

Raus aus dem Alltag und rein in spannende Unternehmungen! Und das nicht irgendwo im Ausland, sondern direkt vor der Haustür. Denn die Möglichkeiten, etwas zu erleben oder sich sogar zu entspannen, liegen in unserem schönen Landkreis zum Greifen nah. Zu Fuß oder mit dem Rad sind idyllische Seen und Flüsse schnell erreichbar, dichte Wälder und so manche Relikte vergangener Zeiten warten darauf, entdeckt zu werden. Man muss sich nur aufmachen. GUSTL hat eine Reihe von Vorschlägen für das kleine Abenteuer zwischendurch. Viel Spaß!

 

Zelten

Zurück zu den Wurzeln, Erholung vom Komfort des Alltags und ganz nah an der Natur: Im Zelt zu übernachten ist „in“ und muss nicht irgendwo in Europa stattfinden. Der eigene Garten tut es zur Not auch. Wildcampen im Wald ist zwar verboten, kann aber von der Forstverwaltung nach freundlicher Anfrage durchaus erlaubt werden. Nette Förster können zudem schöne Orte zum Übernachten empfehlen. Nur bitte keine (Toiletten-)Spuren hinterlassen!

Wer es nicht ganz so einsam mag, kann auf dem Mammendorfer Zeltplatz eine Auszeit genießen. Zumal der Platz alles bietet, was das Campingherz begehrt – plus Freibad und Badesee bei freiem Eintritt. Reservierung unbedingt empfehlenswert!
www.fzp-mammendorf.de/zeltplatz

Tipp für Camper und Wohnmobilisten: Stellplätze im Landkreis ausprobieren – zum Beispiel am Pucher Meer, in Fürstenfeldbruck demnächst wieder an der Amper-Oase sowie in Maisach am Freibad und in Olching beim Speedwaystadion. Außerdem gibt es vier Wohnmobilstellplätze am Mammendorfer Campingplatz.

 

Abhängen im Wald

Da können Stress und Sorgen noch so groß gewesen sein: In dem Moment, in dem man frei schwingend in der Hängematte liegt und sich der Stoff wie ein Kokon um den Körper schmiegt, ist alles wieder gut. Wer zu Hause keinen Baum hat, kann sich mit Einverständnis des Försters auch im Wald „aufhängen“ – baumschonende Befestigung und achtsames Verhalten vorausgesetzt.

Tipp: Ultraleichte, klein zusammenfaltbare Hängematten mit integriertem Mückenschutz!

 

Tagesticket MVV und los

Einsteigen, einen Fensterplatz suchen und sich chauffieren lassen: bis zur Endhaltestelle oder dorthin, wo man schon immer einmal aussteigen wollte. Den Landkreis entspannt aus erhöhter Position zu betrachten, ist durchaus ein Erlebnis – vor allem, wenn man einfach irgendwo einsteigt und irgendwo wieder aussteigt.

Tipp: Für diejenigen, die auch mal über den Landkreis hinaus unterwegs sein wollen, seien die XBus-Linien empfohlen. Sie bringen Fahrgäste zum Beispiel nach Moosach, Großhadern, Pasing, Dachau und sogar bis nach Starnberg – und oft fast schneller als mit dem eigenen Auto!

www.lra-ffb.de/mobilitaet-sicherheit/oeffentliche-mobilitaet

 

Karte ausbreiten, blind auf einen Punkt zeigen und los!

Und bloß nicht kneifen – der Weg ist schließlich das Ziel, auch wenn manchmal gar kein Weg dorthin führt. Aber wo ein Wille ist … egal. Notfalls bringt das Fernglas zumindest optisch näher ans Ziel.

 

Lagerfeuer machen (wo erlaubt)

Ein Würstl oder Brotteig über dem Feuer gebrutzelt schmeckt nach Abenteuer – gerade weil meist irgendwo eine Stelle verbrannt ist! Im Landkreis gibt es eine große Auswahl an erlaubten Grillplätzen, zum Beispiel am Olchinger, Germeringer, Eichenauer, Gernlindener und Mammendorfer See sowie am Picknick- und Badeplatz an der Amper bei Fürstenfeldbruck (Schöngeisinger Straße). Bitte auf zeitliche Begrenzungen achten!

Tipp: Unbedingt Mückenschutzmittel einpacken!

 

Nachtwanderung

Der Klassiker jeder Klassenfahrt – warum nicht einmal allein oder mit der Familie losziehen? Im Stockdunkeln oder selbst bei Vollmond wirkt selbst die vertrauteste Umgebung fremd, und die vielfältigen Geräusche nachtaktiver Tiere sorgen zusätzlich für Gänsehaut. Aber Obacht: langsam und leise gehen, um nicht zu stolpern – oder schlafende Zwei- und Vierbeiner zu wecken.

Tipp: Im Forstlichen Versuchsgarten Grafrath werden gelegentlich Nachtwanderungen angeboten – auf Anfrage auch individuell für Gruppen.

 

Paddeln auf der Amper

(Sperrzeit bis 15. Juli: Stegen – Grafrath sowie Schöngeising – Stausee Fürstenfeldbruck)

Auch ein Klassiker und immer wieder ein Naturerlebnis der besonderen Art. Wenn man nicht gerade am Wochenende in den Fluss sticht, wenn übermütige Jung-Flusskapitäne mitunter die Idylle trüben. Hin und wieder müssen Wehre umtragen und Stromschnellen überwunden werden. Die Tour besser gut vorbereiten – sonst wird sie zur Tortur.
(www.kanu-info-isar.de)

Tipp: Einkehrpaddeln in Schöngeising beim Beachgarten.

 

Rundflug ab Jesenwang

Ein einmaliges Erlebnis – wobei nichts gegen einen zweiten oder dritten Flug spricht. Von oben betrachtet ist der Landkreis noch einmal so schön, und Seen sowie Berge scheinen zum Greifen nah. Dabei kann man sich fliegen lassen oder sogar selbst einmal das Steuer übernehmen. Wenn das kein Abenteuer ist!
www.airchartergmbh.de

 

Die Amper im Landkreis beidseitig erwandern (Tagestour)

Die Reportage im GUSTL 2017 ist immer noch einer unserer Favoriten. Denn die Schönheit der Amper mit ihrer abwechslungsreichen Natur ist unverändert – und immer ein kleines Abenteuer. Je nach Wasserstand, Vegetation und der reichen Tierwelt, die sich hier zu Wasser und zu Land beobachten lässt.

Tipp: Über die Landkreisgrenze hinaus bis nach Dachau wandern. Die Buslinie X800 fährt fast stündlich über Esting nach Fürstenfeldbruck zurück.

 

Sonnenaufgang am See

Nicht nur für Verliebte und Romantiker: Vor Sonnenaufgang an den Lieblingssee fahren – bestenfalls radeln –, Picknickdecke ausbreiten und eingekuschelt das Schauspiel eines beginnenden neuen Tages genießen. Als Krönung dann ein leises Gleiten ins Wasser, das sich in der Kühle des Morgens ohnehin weitaus wärmer anfühlt als später, wenn die Sonne heiß vom Himmel brennt. Nicht vergessen: Kaffee und Sandwiches.

Tipp: Sonnenaufgang auf einem Aussichtshügel erleben, zum Beispiel auf dem Gollenberg bei Türkenfeld!

 

Der Tag bricht an – ein Morgen im Wald

Samstag, 25. Juli, Forstlicher Versuchsgarten, 5 bis 7.30 Uhr

Die Sonne aufgehen sehen, den Vögeln und anderen Tieren beim Start in den Tag zuhören oder einfach die besondere Stimmung im Wald genießen: Gemeinsam mit Förster Christian Hack geht es im Dunkeln hinaus in den Wald.

Anmeldung:
Telefon: 08144 507
E-Mail: wez-grafrath@aelf-ff.bayern.de

 

 

Die höchsten Berge (Hügel) im Landkreis besteigen

Zugegeben: Kondition braucht man nicht und schon gar keine Kletterausrüstung, um die „Gipfel“ im Landkreis zu erreichen – schöne Aussichten hat man trotzdem. In der GUSTL-Herbstausgabe 2022 haben wir bereits die höchsten Erhebungen detailliert vorgestellt (www.gustl-magazin.de), darum seien sie hier nur namentlich genannt:

Bergrücken („Schönwald“) nördlich von Kottgeisering (632 m), Steingassenberg bei Türkenfeld (ca. 624 m), Gollenberg bei Türkenfeld (ca. 613 m), Berg ohne Namen bei Dünzelbach (611 m), Germannsberg bei Alling (603–608 m), Amperleite (602 m), Münchner Berg (583 m), Filzberg bei Landsberied (580 m), Emmeringer Leite – Gratwanderung (567 m).

Tipp: Fernglas für den Alpenblick nicht vergessen!

 

Schlössertour

Von den einst 14 Schlössern im Landkreis sind nicht mehr alle erhalten – und der Rest befindet sich in kommunalem oder privatem Besitz. Ein Blick aus der Ferne ist aber erlaubt. Und er lohnt sich. An dieser Stelle ein Dank an die Privatpersonen, die mit persönlichem und finanziellem Einsatz die historischen Gebäude samt Gärten – und damit einmalige Kulturgüter im Landkreis – erhalten:

Adelshofen (Hofmarksrichterhaus des abgebrochenen Hofmarkschlosses); Alt-Esting (16. Jahrhundert); Geiselbullach (1895 – Parkanlage um 1723, Kapelle 1726); Grafrath-Höhenroth (1860); Grunertshofen (1601); Holzkirchen (um 1817); Nannhofen (1752); Nebel (Reste des Hofmarkschlosses sind in neuere Gebäude integriert); Spielberg (17. Jahrhundert); Türkenfeld (um 1660); Weyhern (1721).

 

Loslaufen (oder -radeln) ohne Navi, GPS oder Karte …

… und möglichst noch in einer Gegend, in der man noch nie war. Das kann für Menschen ohne Orientierungssinn ein echtes Abenteuer werden. Verlorengehen kann man im Landkreis kaum – irgendwann trifft man immer auf eine Straße, kleine Häuseransiedlungen oder Orte und auf Menschen, die weiterhelfen können. Neue Kontakte inklusive. Das Reizvolle an dieser Art von Ausflugsabenteuer sind die vielen Überraschungen: im Wald versteckte Lager, Teiche mit Inseln, Hütten und Stege à la Huckleberry Finn. Vielerorts gibt es außerdem gut bestückte Hofläden.

Tipp: An jeder Wegkreuzung eine Münze werfen: Kopf oder Zahl? Rechts oder links? Die Münze entscheidet.

 

Auf den Spuren der Kelten und Ritter

50 Burgen wurden einst im Landkreis errichtet – nur noch wenig oder gar nichts ist davon übrig. Umso spannender ist die Suche nach den Resten, zum Beispiel:

Althegnenberg (auf dem Turmhügel der im 11. Jahrhundert errichteten Kernburg steht seit 1676 eine barocke Kapelle); Engelsburg Fürstenfeldbruck (Wall- und Grabenreste); Burgstall Gegenpoint Fürstenfeldbruck (Gedenkstein und Erdwerke); Hattenhofen (Wall- und Grabenreste); Wallburg Holzhausen (Wall- und Grabenreste); Höhenburg Landsberied (Wall- und Grabenreste); Mittelstetten (Wall- und Grabenreste); Rassoburg Wildenroth (Graben); Parsberg (Graben); Puch (Wall- und Grabenreste); Purk bei Moorenweis (Wallreste); Reichertsried bei Grafrath (Turmhügel); Roggenstein bei Emmering (zwei Gräben und Wälle); Rottbach (Wall- und Grabenreste); Sunderburg Schöngeising (Wälle und Turmhügel); Turmhügel Stephansberg …

Keltenschanzen: Hohenzell (Wall- und Grabenreste); Holzhausen (Wall- und Grabenreste)

Keltische Hügelgräber: Schöngeising/Alling und Grafrath

Tipp: Das Buch von Annemarie Strähhuber „Am Jexhof erzählt. Sagen und Geschichten aus der Region“ – erhältlich im Jexhof Schöngeising.

 

Und noch ein Tipp – speziell für Kinder

Die Abenteuerspielplätze in Fürstenfeldbruck und Germering: Hier wird gehämmert und gesägt, gebastelt und Stockbrot über dem Lagerfeuer gegrillt.

Fürstenfeldbruck:
Theodor-Heuss-Str. 20, 82256 Fürstenfeldbruck
Öffnungszeiten: Sommer 14 bis 18 Uhr, Ferien 11 bis 18 Uhr

Germering:
Aubinger Weg 14, 82110 Germering
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 13 bis 17.30 Uhr, Ferien: Dienstag bis Freitag 10 bis 17.30 Uhr

Der Gasthof zur Alten Post

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