Eichenau – jung, grün und voller Leben
Foto: Ricky Kusserow, Archiv – Text: Petra Neumaier
Ein Bach, alte Eichen, viel Grün und dazwischen niedrige Häuser, schöne Gärten und jede Menge Leben: Eichenau wirkt auf den ersten Blick wie eine gewachsene Gartenstadt. Dabei ist der Ort erstaunlich jung. Denn erst 2027 feiert die jüngste selbstständige Gemeinde ihr 70-jähriges Bestehen. Rund 11 500 Menschen leben hier auf knapp sieben Quadratkilometern, in ruhigen Vierteln und einer Siedlungsstruktur, die einst am Reißbrett entstand – Hochhäuser? Fehlanzeige! Gearbeitet wird vielfach außerhalb, vor allem in München. Doch auch im Gewerbegebiet sind namhafte Unternehmen zu Hause.
Die Geschichte Eichenaus begann 1863 mit einem Blockhaus im damaligen Moorgebiet. 1907 erhielt die Siedlung auf Initiative des Gastwirts Leonhard Mayr offiziell ihren Namen – inspiriert von den Eichen rund um sein Gasthaus. Ab 1915 prägten Josef Nibler und Georg Popp mit ihren Bebauungsplänen und der Gründung einer Baugenossenschaft das Gesicht des Ortes. Die Bahn machte Eichenau außerdem zum beliebten Wohnort für Pendler.
Bekannt wurde die Gemeinde ab 1918 mit dem Anbau medizinischer Pfefferminze. Noch heute erinnert daran das weltweit einzige Pfefferminzmuseum. Im Gegensatz zur quirligen Hauptstraße und ihren Geschäften ist die von hohen Bäumen beschattete Roggensteiner Allee herrlich beschaulich. Hier gluckert auf einer Länge von zwei Kilometern der Starzelbach. Er trennt die Wohnsiedlungen und wird seit 1942 von zwölf Übergängen gequert.
Einst war Eichenau Faschingshochburg – und noch heute ist die „Gartenstadt“ quicklebendig: Mehr als 100 Vereine sorgen für Gemeinschaft, Sport und Kultur. Open-Air-Sommer, Seerenaden, Konzerte, Herbstball (heuer am 17. Oktober) und der Kunsthandwerkliche Adventsmarkt (4. bis 6. Dezember) bringen Menschen zusammen – Einheimische und viele Gäste.
Viele Sehenswürdigkeiten hat Eichenau nicht zu bieten – außer dem Pfefferminzmuseum natürlich und der Skulptur „Schildkröte mit Kind“ (siehe auch GUSTL, Ausgabe Frühling 2022) von Ignatius Taschner. Aufgelistet sind dennoch zwei Kleinode, die sich nahe der gemeindlichen Flur befinden und auch in Verbindung mit Eichenau stehen: die Kapelle St. Georg auf Gut Roggenstein (Emmering) mit ihrer spätgotischen Wandmalerei aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (geöffnet von Mai bis Oktober an jedem ersten Sonntag des Monats von 15 bis 17 Uhr) und die Hoflacher Kapelle (Alling). Sie erinnert an die „Schlacht bei Hoflach“ im Jahr 1422. Zu besichtigen ist sie von Mai bis September an jedem ersten Samstag im Monat von 15 bis 17 Uhr.
Einen Besuch wert sind auf alle Fälle die Eichenauer Unternehmen, von denen sich ein paar auf den folgenden Seiten vorstellen.

