Rund um den Jexhof
Text und Foto: Doris Stickelbrocks
Ihren genauen Lieblingsplatz verrät Anja Otten natürlich nicht. Wer es weiß, an welchen Stellen im Wald beim Jexhof die guten Speisepilze wachsen, hütet das Geheimnis aus nahe liegenden Gründen. Ihr anderes Wissen rund um das Bauernhofmuseum des Landkreises teilt sie großzügig: Alle Interessierten führt die studierte Historikerin seit sechs Jahren durch den Einödhof auf Schöngeisinger Flur, im Wechsel mit zwei Kolleginnen immer sonntags um 15 Uhr (ohne Anmeldung) oder nach Absprache jederzeit zu gebuchten Touren.
Dann geht es durch den Stall mit lebensgroßem Holzpferd, über die enge Stiege in die darüber liegenden Schlafräume für Knechte und Mägde, in die Küche mit dem luxuriösen, mit Holz beheizten Herd aus den 1950er Jahren, in die gute Stube mit Plüschsessel und Spuckbehälter für Kautabak und das Schlafzimmer der Bauersleute mit Nachttopf im Toilettenstuhl. Im Nebengebäude, einer Art „Multifunktionshaus“, wurde je nach Bedarf Brot gebacken, Wäsche gewaschen oder Vieh geschlachtet. Der Bauernhof wurde 1433 erstmals urkundlich erwähnt und bis ins Jahr 1980 bewohnt. Seit 1987 bietet er als Museum einen interessanten Einblick ins frühere Landleben. „Am meisten beeindruckt mich, wie unabhängig und auf sich selbst gestellt die Bewohner des Jexhofs lebten. Sie mussten sich immer zu helfen wissen, ohne direkte Nachbarschaft einer Dorfgemeinschaft“, sagt Anja Otten, die seit 20 Jahren in Gröbenzell lebt und auch Stadtführungen in München anbietet.

