Grunertshofen – der Name spricht für sich!

Grunertshofen – der Name spricht für sich!


Fotos: Corinna Eichberger-Renneisen – Text: Ricarda Traub

Ein milder Frühlingsmorgen im Landkreis. Noch glitzert feiner Reif auf den Feldern, als das Dorf nach und nach zum Leben erwacht und den Alltag begrüßt. In die morgendliche Idylle mischt sich ein vertrauter Klang…

G
edämpftes Gongschlagen hallt durch die gewundenen Straßen, gefolgt von ausgelassenem Kreischen der Kinder und Jugendlichen, die vor Mathe, Englisch und Deutsch auf den Schulhof in die wohlverdiente Pause fliehen. Das katholische Landschulheim mit gelb-weißem Anstrich, markantem Zwiebelturm und rotem Schindeldach, besuchen Heranwachsende mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen: von ADHS über Autismus bis hin zu Kindern aus zerrütteten Familien. Kaplan Georg Heuberger gründete 1900 das Landschulheim als Zufluchtsort für Kinder ohne geordnetes Elternhaus. In dem damaligen Schlösschen einer ehemaligen Hofmarksherrschaft fanden sie erstmals ein richtiges Zuhause. Bis heute ist es ein integrativer Ort geblieben mit Grund- und Mittelschule, Krippe, Kindergarten, Hort und heilpädagogischen Wohngruppen. Hinter dem Schulgebäude erstrecken sich ein Fußballplatz und Volleyballfeld, Tischtennisplatten und ein Klettergerüst, welche jetzt fröhlich von einer Horde lärmender Kinder in Beschlag genommen werden. 

Ruhiger geht es direkt daneben zu. Der Turm der Kirche Sankt Laurentius wacht still über das rege Treiben und überrascht in einem schönen Grün. Der eher ungewöhnliche Farbton setzt einen besonderen hübschen Akzent.

Um das Gotteshaus schmiegt sich ein kleiner Friedhof mit gepflegten Gräbern. Vogelgezwitscher erfüllt die Luft, an den umliegenden Bäumen sprießen die ersten Frühlingsboten.

Nachbarschaftspflege und gemütliches Zusammensitzen gefällig? Im Vereinsheim direkt gegenüber stehen freitags ab 19 Uhr die Türen offen. Ob jung oder alt, allein oder in Gesellschaft – alle Einwohner sind herzlich willkommen steht es gastfreundlich an der Tür.

Ein echter Hingucker ist auch der Maibaum – genauso zentral gelegen wie Gastwirtschaft, Schule und Kirche. An dem blau-weiß gehaltenen Stamm stechen die bunten und liebevoll gestalteten Wappen- und Zunftzeichen ins Auge.

Radfahrer kommen im und rund um den Ort auf ihre Kosten: sanft bergauf, leicht bergab und stets begleitet von schönen Ausblicken führen gut beschilderte Wege durch die abwechslungsreiche Landschaft.

Tradition wird großgeschrieben – besonders spürbar in der Bäckerei Nau. Mit der hauseigenen Mühle wird das Getreide frisch vermahlen und zu köstlichen Backwaren verarbeitet. 1909 gründete Heinrich Nau das Unternehmen und bis heute hat die Bäckerei mehrere Filialen im Landkreis.


S
amstags von 6 bis 12 Uhr liegen dort frisches Brot, Semmeln und allerlei Backwaren in der Auslage. „Für mich gibt’s da die besten Brezen“, ruft ein vorbeiradelnder Dorfbewohner und ist auch schon hinter der nächsten Biegung verschwunden.


H
at man nicht nur Lust auf Brezen und Co., sondern auch auf weitere regionale Lebensmittel, ist der Hofladen Holzmüller die passende Adresse. Im 24h-Automat gibt es Eier aus der familieneigenen Geflügelzucht. Nudeln, Mehl, Kartoffeln und Honig finden sich ebenfalls im Sortiment.

Oder, wenn das noch nicht reicht, macht man einen Abstecher zum einladenden Bauwagen mit gelbem Anstrich auf dem Lachmayr-Grundstück. Das Schild „Freilaufende Bio-Eier“ bringt so manchen Vorbeifahrenden nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum Anhalten.

F
ür eine kleine Rast und um die Schmankerl in der ersten Frühlingssonne zu genießen, lädt ein Bankerl an der Straße in Richtung Luttenwang ein. Der Blick reicht über weite Felder und einige landwirtschaftliche Anlagen, auf denen geschäftiges Treiben herrscht.

Engagement kommt in der Ortschaft auch nicht zu kurz: Burschen-, Schützen-, Veteranen- und Soldatenverein sowie die Freiwillige Feuerwehr zeigen, wie lebendig und miteinander verbunden die Dorfgemeinschaft ist.

N
un ertönt aus der Ferne erneut der Schulgong und erinnert daran, dass noch für ein paar Stunden die Pflicht ruft. Zumindest für manche. Andere können es sich in Grunertshofen weiter gut gehen lassen.

 

Steckbrief Grunertshofen

Namensherkunft
Ableitung von einem im frühen 12. Jahrhundert ansässigen edelfreien Geschlecht – der Familie „Grunhartzhover“

Lage
Im Dreieck Luttenwang-Adelshofen-Moorenweis gelegen

Einwohner
450

Sehenswertes und Geschichtliches
Kirche Sankt Laurentius: Bereits 1315 erstmals erwähnt, ursprünglich gotisch, Umbau ab 1603, zwischen 1754 und 1758 barockisiert. Deckenmalerei mit Szenen aus dem Leben des Laurentius von Rom

Schloss Grunertshofen – steht unter Denkmalschutz

Spazierwege, Radtouren
Schöne Rad- und Spazierwege im Landschaftsgebiet der Maisach

Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr
Buslinie 822 nach Mammendorf
Buslinie 823 nach FFB bzw. Jesenwang
Buslinie 829 nach Jesenwang Schule bzw. Moorenweis// Mammendorf Schule

 

 

Kochen ohne Grenzen

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Der Ikarus in Puchheim

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