Mittendrin anstatt nur dabei
Text: Petra Neumaier - Foto: Adobestock
Einsamkeit ist ein Thema, das besonders der älteren Generation zu schaffen macht. Das zeigen auch Interviews, die im Rahmen der Fortschreibung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts (SPGK) für den Landkreis Fürstenfeldbruck geführt wurden. Zwar gibt es in den Kommunen eine bunte Vielfalt an Angeboten für ältere Menschen, eingeschränkte Mobilität verhindert jedoch oft die Teilnahme. Umso wichtiger erscheint den Experten ehrenamtliches Engagement: Besuchs- und Fahrdienste oder die Begleitung zu Treffen helfen dabei. Letztendlich müssen die Betroffenen jedoch auch selbst aktiv werden. Hier ein paar Vorschläge für einen geselligen Lebensabend im Landkreis.
Tipp 1: Frühzeitig vorsorgen
Jetzt mag man noch „voll im Leben stehen“, doch das kann sich schnell ändern. Darum sollte man sich lieber früher Gedanken darüber machen, wie man später leben möchte. Das heißt: alte Kontakte pflegen und neue knüpfen – bestenfalls auch mit der jüngeren Generation, die später hilfreich sein kann. Vereine, Seniorenclubs und ehrenamtliche Tätigkeiten (siehe Interview „MauZ“, Seite 9) helfen außerdem dabei, möglichst lange geistig und körperlich aktiv zu bleiben.
Tipp 2: Informationen bei der Seniorenfachberatung des Landkreises einholen
Die Mitarbeiterinnen beantworten schnell und unbürokratisch alle Fragen rund um das Leben im Alter sowie zu Freizeit- und Hilfsangeboten. Das gesamte Dienstleistungsangebot ist zudem online auf der Webseite des Landratsamtes unter www.lra-ffb.de im Bereich „Gesundheit & Soziales“ gelistet.
Tipp 3: Wohngemeinschaften beitreten – oder selbst gründen
Gemeinsam mit jungen Menschen älter zu werden, macht mehr Spaß – und beide Generationen profitieren davon. Genossenschaftliche Wohnprojekte wie „WohnGut“ in Olching sind diesbezüglich beispielhaft; weitere Projekte sind im Landkreis bereits in Planung. Es spricht jedoch auch wenig dagegen, selbst eine Wohngemeinschaft zu gründen – vor allem dann, wenn im eigenen Haus Zimmer leer stehen.
Tipp 4: Angebote sozialer Einrichtungen nutzen
Davon gibt es im Landkreis Fürstenfeldbruck in vielen größeren Gemeinden und Städten reichlich. Beispiele sind Olching (Haus der Begegnung), Fürstenfeldbruck (LiB – Leben ist Begegnung), Germering (Zenja – Zentrum für Jung und Alt) und Puchheim (Haus der Begegnung). Dort werden vielfältige und teilweise generationsübergreifende Veranstaltungen angeboten: vom Nachmittagskino über Kochen, Tanzen, Singen und gemeinsames Handarbeiten bis hin zu Computerkursen.
Tipp 5: Online in Kontakt bleiben
Die Kinder und Enkel leben oft über das ganze Land oder sogar weltweit verstreut – früher war das ein Problem, heute nicht mehr. Dank „FaceTime“ & Co. lässt sich per Knopfdruck Kontakt halten. Man muss es nur tun. Wer nicht weiß, wie das geht, bekommt sicherlich Hilfe – notfalls vom Nachbarn oder der Nachbarin oder unter anderem beim Offenen Computer-Treff / PC-Stammtisch in Eichenau (www.digitale-medienwelt-eichenau.de).
Und wenn gar nichts mehr geht?
Nachbarschaftshilfen, andere Organisationen sowie Schulprojekte bieten Fahr- beziehungsweise Besuchsdienste an. Ein Beispiel ist der „Ohrensessel“ der Diakonie Fürstenfeldbruck: Ehrenamtliche Frauen und Männer verbringen in Fürstenfeldbruck und Emmering regelmäßig ein bis zwei Stunden mit älteren, alleinlebenden Menschen. Sie gehen gemeinsam spazieren, reden oder spielen miteinander. Weitere Informationen gibt es unter: www.diakonieffb.de/senioren/besuchsdienst-ohrensessel.

